Neuzeit - Moderne 1500-2000

Einführung der Renaissance

Mit Beginn des 14. Jahrhunderts breitete sich, von Florenz ausgehend, eine neue kulturelle Bewegung aus. Die Renaissance ist die Wiedergeburt der Ideen des klassischen Altertums. Man löste sich von der doktrinären Denkweise (Scholastik) und begann, klassisches Gedankengut zu verstehen und, auf ihm aufbauend, zu vervollkommnen und weiter zu entwickeln. In Oberitalien entstanden die ersten Universitäten der Neuzeit: Padua (1543 oder 1544), Pisa (1545), Bologna (1567) und im übrigen Europa wurden die ersten in Leiden (1577), Montpellier (1593) und Heidelberg (1597) gegründet. Es war die Epoche der grossen Denker und Künste, der Aufklärung und Reformation sowie die Zeit der Wandlung in die Neuzeit und der Entdeckungen. Es waren Menschen wie Kopernikus, Galileo Gallilei, Kepler, Leonardo da Vinci, Christoph Kolumbus, welche die Welt neu gestalteten und mit Ihren Erfindungen, Wissenschaften und Kunst sowie Philosophie den Grundstein für unsere heute Kultur legten. Die Renaissance war die grosse Zeit des Umbruchs in Politik, Religion, der Kunst und Philosophie, eine Revolution die nie in den Epochen zuvor und danach stattfand. Die dominierenden Staaten waren in Europa Deutschland (Reich der Habsburger), Frankreich mit der Valoise und Bourbonen Dynastie, Das Koloniale und Industrielle England. Am Anfang des Mittelalters mochte Spanien / Portugal und die Niederlande ein Wort mitreden, aber auch Schweden war ein mächtiges Reich, dass mit Russland ab Peter dem Grossen stark zu kämpfen hatte. Im vorderen Orient errichten die Osmanen ein herrliches und sehr mächtiges Reich, welches Europa gefährlich wurde. Grosse politische Personen in der Renaissance waren Heinrich VIII, Elisabeth I in England, Jean d'Arc, Katherina di Medici in Frankreich, im deutschen Kaiserreich Karl V und im Zeitalter des Absolutismus in Russland Zar Peter, der Russland auf die Weltbühne der Politik zurückführte.


Neue Weltordnung, Untergang des alten Reiches und Aufstieg einer neuen Macht im 15. Jahrhundert

Am 29. Mai 1453 wurde das 1000 jährige Byzantinische Reich, welches seit August 1452 belagerte Konstantinopel durch die Truppen des osmanischen Sultans Mehmed II. erobert; der letzte Kaiser fiel im Kampf. Sultan Mehmet ist der Sohn "Osmans" den Namensgeber der Osmanen. Die Bedeutung der byzantinischen Kultur liegt in der Verbindung traditionell römischer Bestandteile mit orientalischen Elementen. Sie beeinflusste die Kunst der slawischen Völker bin hin zu den Russen, aber auch den katholischen Westen (Venedig, Ravenna, später Sizilien). Die Osmanen sind ein turkstämmiges Herrschergeschlecht (1300-1922) in der Nachfolge Osmans I. Ghasis. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts waren in Anatolien auf dem ehemaligen Gebiet des geschwächten byzantinischen Imperiums und des Reiches der Rum-Seldschuken zahlreiche Fürstentümer entstanden. Zu ihnen gehörte ein kleiner, von Osman I. (Regierungszeit 1300-1324) gegründeter Staat welcher die Osmanen dank der günstigen Lage ihres Stammlandes und einer Reihe herausragender Herrscherpersönlichkeiten ihr Reich bis nach Europa und auf die turkmenischen Nachbarstämme ausdehnen konnte. Das Osmanisches Reich (Türkisch) existierte von dem Untergang Konstantinopel 1453 bis 1917 n.Chr. dem ersten Weltkrieg. Die Janitscharen waren eine Elitetruppe des osmanischen Heeres.


Die Vereinigung Deutschlands mit Spanien im 15. und zu Beginn des 16. Jahrhanderts

In Spanien wurde nach jahrhundertlangen Rivalitäten die beiden Königreiche Aragonien und Kastilen-Leon als Folge der Heirat von Kastiliens Isabella I. und Aragoniens Ferdinand II. 1479 in Personalunion (genauer Matriomonialunion) vereinigt. Es war die dunkle Zeit der Spanische Inquisition: Das Königshaus hatte zum Ziel, Glaubenseinheit unter der Bevölkerung zu verankern. Zu diesem Zweck richteten sie die Inquisition 1478 ein. 1492 war das Ende der Reconquista - Eroberung Granadas und die Vertreibung der Islamisten aus Spanien. Anfänglich wurde den Moslems Glaubensfreiheit versprochen. Im gleichen Jahr segelte der italienische Seefahrer Christopher Columbus im Auftrag der spanischen Krone von Europa nach Westen und landete auf den Bahamas. 1502 widerrief Isabella die Religionsfreiheit für Moslems. Muslime wurden von nun an genauso wie Juden von der Inquisition verfolgt. Durch die Vertreibung hunderttausender gingen der spanischen Wirtschaft viele Arbeitskräfte verloren, die dringend gebraucht wurden. Dies trug zu späteren Zeiten zum wirtschaftlichen Niedergang des Staates bei.

Wieder durch eine geschickte Heiratspolitik sicherte die Habsburger in Deutschland unter Maximilian I. (1493-1519 nicht nur die Krone von Burgund, sondern die Anwärtschaft auf die böhmische und auf die ungarische Krone. Die Schweizer Eidgenossenschaft, welche die Übertragung der Reichsreform auf ihr Territorium ablehnte, schied nach dem Schwabenkrieg 1499 de facto aus dem Reichsverband aus. Durch die Verheiratung seines Sohnes Philipp des Schönen mit Johanna der Wahnsinnigen gelang ihm die Vereinigung des spanischen Reiches inklusive Neapel-Sizilien mit Burgund und den habsburgischen Erblanden in den Händen seines Enkels und Nachfolgers Karl V. (1519-1556). 1516 wurde der Enkel Isabellas I. und Ferdinands II. die spanische Krone übergeben und 1519 wurde Karl I als deutscher Kaiser Karl V geschichte Schreiben. Von mütterlicher Seite Erbe der spanischen Reiche, war Karl I. von väterlicher Seite somit Herr der habsburgischen Besitzungen in Österreich, Burgund und der Niederlande. Unter Karl I resp. Karl V entwickelte sich Spanien zu einem modernen Staat. Spanische Musik, Literatur und Philosophie fanden in ganz Europa sein Zuhause, den Protestantismus in Spanien brachte die Inquisition schnell zum Erliegen.


Weitere grosse Europäische Nationen im 15. und 16. Jahrhundert

Zwei weitere dominierende Staaten in Europa waren England und Frankreich. Die Schwäche des Englischen Königtums begünstigte den Ausbruch des Adelskrieges 1455–1485 ( Rosenkriege) zwischen dem Haus Lancaster (Wappen: rote Rose) und dem Haus York (Wappen: weiße Rose). Heinrich Tudor, ein Verwandter der Lancaster, stellte als Heinrich VII. wieder Ruhe und Ordnung im Land her, indem er, gestützt auf Kleinadel und Großbürgertum, den Feudaladel endgültig entmachtete und die Mitwirkung des Parlaments nahezu ausschloss. Durch Verheiratung seiner Tochter Margarete mit dem Schottenkönig Jakob IV. wurde die Personalunion von 1603 angebahnt. Die Tudor-Monarchen Heinrich VIII. (1509-1547) und seine Tochter Elisabeth I. (1558-1603), legten sie den Grundstein für den Aufstieg des Königreichs zur Weltmacht. Heinrich VIII. betrieb wieder eine aktivere Außenpolitik. Er kämpfte zunächst abwechselnd gegen den französischen König Franz I. und Kaiser Karl V. Wegen seiner Ehescheidung (en) geriet Heinrich VIII an den Papst. Danach trennte sich Heinrich von Rom dem Papstum und machte sich unter Mithilfe des Parlaments zum Haupt der englischen Staatskirche.

Die Reformation veränderte im 16. Jahrhundert Europa

Deutschland war Karl V gegenüber seinem spanisch-habsburgischen Reich nur ein Nebenland, dessen Angelegenheiten hinter seinen dynastischen Interessen, etwa der langwierigen Auseinandersetzung mit Frankreich um das italienische und das burgundische Erbe, zurückstehen mussten. 1521/22 überliess er seinem Bruder Ferdinand I. die Österreichischen Erblande und übertrug ihm die Statthalterschaft im Reich; 1526 erhielt Ferdinand Böhmen und Ungarn.

Die Reformation durch die Veröffentlichung der 95 Thesen am 31. Oktober 1517 eingeleitet, in denen Martin Luther die alte Kirche anklagte. Vor allem durch die Humanisten, die der Kritik an den bestehenden Strukturen und Dogmen der Kirche überwiegend zustimmten, wurde der neue Glaube verbreitet. 1521 verteidigte Luther auf dem Reichstag zu Worms seine Lehre und verweigerte den Widerruf, woraufhin ihn Karl im Wormser Edikt zum Ketzer erklärte und die Reichsacht über ihn verhängte. Die weitere Ausbreitung der Reformation konnte damit jedoch nicht verhindert werden. 1524/25 tobten die blutigen Aufstände der rechtlich, sozial und wirtschaftlich unterdrückten Bauern durch die Landesherren im Bauernkrieg von 1524/25 auf die konfessionelle Auseinandersetzung. 1526 entschied der Reichstag zu Speyer, dass bis zu einem endgültigen Konzilsentscheid die Glaubensfrage jedem Landesherrn freigestellt sein sollte, und schuf damit die Rechtsgrundlage für die Herausbildung der evangelischen Landeskirchen. Der Landgraf Philipp I. von Hessen reichte eine Protestation ein (daher die Bezeichnung "Protestanten") und gründete den Schmalkaldischen Bund, welcher von Karl V besiegt wurde. 1552 musste Karl V nach Spanien fliehen, da er die Herrschaft der Landesfürsten einschränkte und auch der Protestanten. Im Passauer Vertrag von 1552 musste Ferdinand den Protestanten die freie Religionsausübung gewähren; der Friede von Augsburg von 1555 gestand den protestantischen Reichsständen die reichsrechtliche Gleichstellung zu und besiegelte mit der Übertragung der Kirchenhoheit an die Landesherren (cuius regio, eius religio) die konfessionelle Spaltung Deutschlands.

1556 dankte Karl zugunsten seines Bruders Ferdinand I. (1531/1556-1564) als Kaiser ab. Unter Rudolf II. (1576-1612), der am spanischen Hof streng katholisch erzogen worden war, verschärfte sich, vom Kaiser und Jesuiten gefördert, die Gegenreformation und bediente sich zum Teil gewaltsamer Mittel. Rudolf verlor im Reich zusehends an Durchsetzungskraft, so dass die Kurfürsten beschlossen, den Kaiser noch zu Lebzeiten durch seinen Bruder Matthias (1612-1619) zu ersetzen.

Karls Nachfolger auf dem Spanischen Thron war sein Sohn Philipp II. Philipp II. regierte von 1556 bis 1598. Nachdem es im Atlantik wiederholt zu Überfällen englischer Seefahrer auf spanische Schiffe gekommen war, beschloss Philipp II. England von anzugreifen. Sie spanische Armada wurde jedoch 1588 in mehreren Gefechten von den Engländern geschlagen, Philipps Invasionsversuch damit gescheitert. Ein weiterer Grund England anzugreifen war die Protestantische Elisabeth I. Zu seinem Herrschaftsbereich zählte neben Spanien, den süditalienischen Königreichen, überseeischen Besitzungen auch noch Burgund und die Niederlande und ab 1580 Portugal. Mit Portugal verfügte Spanien nun über die größte Handelsflotte der Welt, über ausgedehnte Besitzungen in Amerika, entlang der afrikanischen und der indischen Küste. Spaniens imperiale Politik führte zum völligen Verbrauch der Staatsfinanzen. 1557 musste Philipp den Bankrott des Staates erklären. Das Jahrhundert vom Tode Philipps II. bis zum Aussterben der spanischen Habsburger (1700) war für Spanien eine Epoche des Niedergangs.

In Frankreich fasste die Reformation in Adel u. Bürgertum Fuß. Durch diese Erstarkung der reformierten Kräfte kam es 1559-1598 zu Spannungen zwischen Katholiken und Hugenotten. Folgen waren das Blutbad der Bartholomäusnacht (24.8.1572, insg. 10.000 getötete Hugenotten) und die (insg. 8) Hugenottenkriege (1562-1598). Die Dynastie der Valois (1328-1589) erlebten die unruhigsten Zeiten: Nur die italienische Katherina die Grosse konnte das Reich unter Ihren Söhnen zusammenhalten. Es war eine gefährliche und wechselhafte Zeit der französchen Könige. Das Edikt von Nantes sicherte den Hugenotten 1598 (1685 aufgehoben) freie Religionsausübung, eine polit. Sonderstellungen sowie Zulassung zu allen Ämtern, wodurch der innere Friede wieder hergestellt wurde. Im Jahre 1566 begann der Achtjährige Krieg. Angeführt von Wilhelm dem Stillen, kämpften Franzosen, Deutsche und Holländer gegen die spanische Besetzung der Niederlande (Friedensvertag 1609 – Unabhängigkeit 1648).

Für die Schweiz war die Niederlage in der Schlacht bei Marignano 1515 gegen Frankreich ein bedeutendes Ereignis und das Ende der territorialen Expansion. Die Reformation und ihre Auswirkungen bedrohte ernstlich die Einheit der Eidgenossenschaft: Von Ulrich Zwingli wurde sie 1519 in Zürich eingeführt und führte zum Bürgerkrieg zwischen den Bergkantonen (Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zug) und Freiburg und Solothurn, die katholisch blieben, und dem Rest der Kantone, die protestantisch wurden. Die Katholiken schlugen die Protestanten 1531 in der Schlacht bei Kappel, wobei Zwingli ums Leben kam. Es kam zu einer Beruhigung zwischen den Konfessionen in den sieben katholischen, vier reformierten und zwei gemischten Kantonen. Unter dem Einfluss von Johannes Calvin (seit 1536) wurde Genf zum Zentrum des Protestantismus.

Als die Tochter Heinrichs VIII, Elisabeth I." den Thron bestieg, musste sich die Protestantische Elisabeth I gegen Ihre Politischen und Religiösen Gegner durchsetzen. Als dies Ihr gelang, begann Britanniens Aufstieg zur Weltmacht mit einer energischen Expansion des Außenhandels und Kulturellen Aufschwung. 1571 wurde die Londoner Börse eingerichtet, 1600 die East India Company gegründet und stellte die Staatskirche wieder her und machte England zur protestantischen Vormacht. Die Auseinandersetzung mit Spanien endete zugunsten Englands (1588 Untergang der spanischen Armada). England wurde beherrschende Seemacht und konnte mit einer erfolgreichen Kolonialpolitik beginnen. Als Elisabeth I. 1603 kinderlos starb und die Thronfolge an den schottischen Stuart Jakob VI. fiel, wurde Schottland in Personalunion mit England vereinigt.

Absolutismus im 16. und 17. Jahrhundert

Im 16. Jahrhundert kam der Begriff des Absolutsimus auf. Es führt auf den Hugenotten Jean Bodin zurück, der in seinem Werk über den Staat 1576 formulierte, der König müsse "legibus (ab)solutus", also unbedingt, von den Gesetzen losgelöst regieren. Der Absolutismus, der zielgerichtete Aufbau der absolutistischen Monarchie begann unter Henri IV (1589-1610), dem ersten Bourbonen und Louis XIII (1610-1643) mit dem Kardinal Richelieu (1624-42). Durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-48) gewann Frankreich die politische und kulturelle Vormacht in Europa. 1640 spaltete sich Portugal von Spanien ab und verbündete sich mit England und Frankreich. Der Krieg zwischen Spanien und Frankreich endete 1659 mit dem sog. "Pyrenäenfrieden". Die Pyrenäen bildeten von nun an nicht nur die natürliche sondern auch die politische Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Im Norden gewann Frankreich außerdem noch Teile der Niederlande, Flanderns und Luxemburgs hinzu. Diese absolutistische Herrschaft erreichte ihren Höhenpunkt unter Louis XIV. (1643-1715) dem Sonnenkönig und dem Kardinal Mazarin (1642-61). Um alleine zu Herrschen, verfolgte man die Hugenotten die eine förmliche Republik in der Monarchie bildeten und die grossen Adligen, die in Frankreich noch Macht ausübten, beseitigte er auf dem Schafott oder zwang sie, am Könighof zu leben, wo sie, funktionslos geworden, degenerierten. Die Versammlung der Stände rief man nicht mehr ein und baute mit Versailles ein Erhabenes zuhause. Ganz Europa wurde in diesen Bann gezogen, etwas Später Russland mit Zar Peter der Grosse und seine Stadt St. Petersburg. Dieser gründetet ein neues Russland, modern und offen nach Westen.

Die Donaumonarch, das Deutsche Kaiserreich unter den Habsburger hatten in der Zeit des Absolutismus schwierigen Zeiten. Sie mussten sich gegen die Osmanen im Osten schützen, als Gleichgewicht des Absolutistischen Frankreichs für Europa dienen, Erbfolgekriege und die Entstehung von Preussen politisch verkraften. Ferdinand II. (1619-1637) betrieb erneut eine rücksichtslose Rekatholisierungspolitik, sowohl in Österreich als auch in Böhmen, wo er seit 1617 König war. Er verletzte damit die von Rudolf II. den böhmischen Ständen im Majestätsbrief von 1609 garantierte Religionsfreiheit und trug so zum Ausbruch des Böhmischen Aufstands bei, der den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) einleitete. Der Krieg, der als Glaubenskrieg begann, schlug bald in einen europäischen Machtkampf zwischen den Habsburgern, Spanien, Frankreich und Schweden um, denen sich jeweils deutsche Fürsten anschlossen, und wurde zum größten Teil auf deutschem Boden ausgetragen. Bei Kriegsende war Deutschland in regional unterschiedlichem Maße verwüstet und die Bevölkerung im Vergleich zum Vorkriegsstand um etwa die Hälfte dezimiert. Der Westfälische Friede von 1648 verkleinerte das Reich um die nördlichen Niederlande und die Schweiz, die beide endgültig aus dem Reichsverband ausschieden. Dennoch konnten Sie durch die geschickte Kriegsführung von Stefan von Lothringen, das an Frankreich gefallen ist, nach Osten ausdehnen, beendeten die Belagerung Wiens, eroberten und drängten den Sultan 1699 an folgenden Orten zurück: Ungarn, Siebenbürgen, Slawonien, Kroatien und bis 1718 auch Banat, Kleine Walachei und Serbien.


Die Weltherrscher auf den Weltmeeren und die Puritaner im 17. Jahrhundert

Nur England wiedersetzte sich diesem Trend, als dieser die Rechte des Parlamentes und die Glaubensfreiheit all zu sehr verletzte hatte England seine Revolutionen. Als 1603, nach dem Tod Elisabeth I, das Königshaus der Stuarts den englischen Thron erbte, erfolge die entgültige Vereinigung Schottlands mit England (das kurz zuvor Irland unterworfen hat) zu Grossbritannien. James I (Sohn von Mary Stuart) bekämpfte in absolutistischem Vereinheitlichungswahn die Calvanisten Englands, die sich Puritaner nannten, weil sie die anglikanische Kirche als unsauberen Kompromis verurteilten. James Sohn, Charles I musste 1628 die vom Parlament ausgearbeitete "Petition of Right" gutheissen und nach langen Machtkämpfen wurde er 1649 Enthauptet. Nun herrschte Oliver Cromwell der Revolutionär, als Alleinherrscher! Mit der Hinrichtung des Königs 1649 nahm England die republikanische Staatsform an und 1660 wurde England ein Königreich.

Die Niederlande erhielt 1648 offiziel ihre Unabhängigkeit, welche nur kurz durch die Französiche Revolution 1789 (Besetzung durch Napoleon) verloren ging. Die Friedenszeit, die dieser Epoche folgte, brachte den Niederländern Wohlstand. Im Jahre 1650 erreichte die holländische Marine die doppelte Größe der britischen und französischen Flotte zusammen. Die erste belegte Aktiengesellschaft war die Vereinigte Holländisch-Ost- indische Kompanie (VOC), welche konkurrierte mit Portugal, Frankreich und Britannien um die Vorherrschaft im Indischen Ozean und damit der Kontrolle des äußerst profitablen Gewürzhandels mit Südostastien. Das 17. Jh. war eine goldene Epoche für die Niederlande und die Werke der holländischen Maler Rembrandt und Jan Vermeer entstanden in dieser Zeit. Die Macht der niederländischen Flotte ließ die Niederlande zu einer der mächtigsten europäischen Kolonialmächte werden.


Begin der Kolonialzeit

Selbstverständlich begann alles mit den Wettfahrten und Herrschaft auf den Weltmeeren. Es begann in Amerika, anfangs des 17. Jahrhunderts. Die erste große Einwanderungswelle von Europa nach Nordamerika setzte ein. Die Auswanderung aus England erfolgte dabei oft nicht mit Hilfe der Regierung, sondern sie wurde von Privatpersonen organisiert, die vor allem an Profit interessiert waren. Die erste englische Niederlassung wurde 1607 in Jamestown, Virginia, gegründet. Weitere Siedlungen entstanden in Neuengland, in den mittleren und in den südlichen Kolonien. Im Jahr 1681 erhielt William Penn, ein reicher Quäker eine großes Stück Land, welches als Pennsylvania bekannt wurde. Um es zu besiedeln, rekrutierte er Einwanderer, darunter viele religiöse Dissenter, z.B. Quäker, Mennoniten, Amish, Herrnhuter und Baptisten. Die erste deutsche Siedlung wurde 1683 in Pennsylvania gegründet. Frankreich lies sich in Kanada nieder, welche bis heute ihre Spuren hinterlassen haben.


Die Aufklärung und der Klassizismus im 18. Jahrhundert

Das 18. Jahrhundert war ein bewegtes Jahrhundert, die Zeit des Umbruchs und Erneuerungen. Anschaulich dargestellt an den Philosophen dieser Zeit z.B. Locke usw. aber entzündet und wie ein flächenbrand begann es mit der Französischen Revolution 1789. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren die Rufe der unteren Klasse. Das Osmanische Reich verlor immer mehr an Einfluss, die Weltmeere gehörten den Engländer, welche Ihre Kolonien am meisten ausbauten. Auf dem Europäischen Kontinent waren die Habsburger mit dem Deutschen Reich noch am einflussreichsten, zwar verloren Sie Spanien, die Niederlande und das Burgund, dafür konnten Sie im Osten zu lasten der Osmanen Ihr Gebiet erweitern. Im 18 Jahrhundert stieg Preussen als neues Deutsches Königreich hervor und wurde Weltmacht gleichberechtigt mit den Franzosen, Österreich-Ungarn und den Russen.

In Frankreich regierte der Sohn von Louis IV, Louis XV. (1715-74). Er war den innen- und außenpolitischen Problemen Frankreichs nicht gewachsen und war wegen seines anrüchigen Lebenswandels und seiner zeitweisen Abhängigkeit von den politischen Einflüsterungen seiner Mätressen (u.a. Madame de Pompadour) schließlich beim Volk verhasst. Unter seiner Regentschaft verliert Frankreich seine frz. Kolonien in Amerika (Kanada). Kurfürst Georg Ludwig von Hannover trat (als Georg I.) 1714 die Nachfolge der britischen Könige an. Preußen wurde 1701 unter Kurfürst Friedrich III. zum Königtum. Sein Nachfolger, der "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I., schuf einen militärisch ausgerichteten preußischen Staat (u. a. stehendes Heer), der die Grundlage bildete für Preußens Aufstieg zur zweiten Großmacht neben Österreich. Die Pragmatische Sanktion (1713) ermöglichte es Kaiser Karl VI., dass ihm Maria Theresia in den österreichischen Erblanden als Herrscherin nachfolgte. Nach dem Tode Karls VI. eroberte der preußische König Friedrich II. die Provinz Schlesien von Österreich (Schlesische Kriege, 1740-1742 und 1744/45) und löste damit den Österreichischen Erbfolgekrieg aus (beendet mit dem Aachener Frieden 1748). Aussenpolitisch erlebte Russland in der Regierungszeit Anna Iwanownas (geboren 1693, Zarin 1730-1740) eine Periode relativer Stabilität und eine Phase der Konsolidierung des während des Großen Nordischen Krieges erworbenen Großmachtstatus. Maria Theresias Mann wurde 1745 als Franz I. zum Kaiser gekrönt und löste den zwischenzeitlich eingesetzten Wittelsbacher Karl VII. ab. Mit den Verbündeten Russland und Frankreich versuchte Maria Theresia, den Rivalen Preußen zu bezwingen. Doch konnte sich Friedrich II. im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) behaupten. Der preußische Staat wurde zu einer europäischen Großmacht, die fortan im Gegensatz zu Österreich stand, so z. B. im Bayerischen Erbfolgekrieg von 1778/79. Russland veranlasste Österreich und Preußen, sich an den Auseinandersetzungen um Polen zu beteiligen (Polnische Teilungen 1772, 1793 und 1795). Spanien war aufgrund der Kinderlosigkeit Karls II. ein Spielball europäischer Mächte geworden. 1700 kam es beim Tode Karls II Sohns Philip IV und Enkel Karl I resp. Karl V zum Krieg um das spanische Erbe. Karl hatte vor seinem Tod Philipp V. den Enkel König Ludwigs XIV. zum Thronerben ernannt. Von Seiten der Habsburger wurde Erzherzog Karl (der zweite Sohn des Kaisers) als Karl III. zum König von Spanien ausgerufen. Das bedeutete Krieg. Philipp V. warb für eine zentrale absolute Monarchie, Karl für die Autonomie der Randstaaten. Die Länder der Krone Aragoniens unterstützten Karl, Kastilien bekannte sich zu Philipp. 1711 starb plötzlich Kaiser Joseph I.. Als Nachfolger kam nur sein Bruder Karl in Frage, der in Spanien um die Krone kämpfte. Karl wurde im Oktober 1711 zum Kaiser gewählt. Damit war der Krieg um die Erbfolge beendet. Philipp V. wurde König von Spanien. Damit ging die Krone von den Habsburgern an die Bourbonen über.

Nach der Restauration der Monarchie in England und dem ersten Deutschen König unter Georg I aus Hannover setzte sich diese Dynastie bis heute auf dem Königsthron in Grossbritannien. Unter Georg II. (1727–1760) beteiligte sich England an den festländischen Auseinandersetzungen (Österreichische Erbfolgekriege und Siebenjähriger Krieg) vorwiegend durch Geldzahlungen an seine Verbündeten und konnte zu gleicher Zeit den See- und Kolonialwettstreit mit Frankreich zu seinen Gunsten entscheiden (Gewinn Kanadas und Vorderindiens). Unter Georg III. (1760–1820) verlor England seine nordamerikanischen Kolonien. Der Verlust von 13 Kolonien auf dem nordamerikanischen Festland, die 1776 ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, war nur ein vorübergehender Rückschlag. Die Feindschaft gegen Frankreich und die Abneigung gegen die Französische Revolution veranlaßten einen 22jährigen Kampf (Koalitionskriege, Befreiungs- kriege), in dem Frankreich mit Hilfe Rußlands, Österreichs und Preußens niedergerungen wurde. Nunmehr stieg Großbritannien zur vorherrschenden Welt-, See- und Kolonialmacht empor, die auch durch ihre fortgeschrittene Industrie unbestrittene Handels- und Wirtschaftsvormacht war. Mit drei Siegen über Napoleon (1799 Abukir, 1805 Trafalgar, 1815 Waterloo) sicherte Großbritannien seine Stellung als wichtigste Weltmacht. Es überwand die mit der Indu- strialisierung zusammenhängenden Unruhen durch die Wahlrechts- reformen von 1832 und 1884.

In Amerika waren 1733 entlang der Atlantikküste dreizehn englische Kolonien entstanden. Die meisten Auswanderer verließen ihre Heimat aus politischen oder religiösen Gründen, oder aus Abenteuerlust und angesichts der Möglichkeiten, die ihnen ihre Heimat nicht bot. Die meisten Siedler stammten aus England, aber es kamen auch Holländer, Schweden, Deutsche, und in geringerem Umfang französische Hugenotten, Spanier, Italiener und Portugiesen. Die ersten afrikanischen Sklaven wurden 1619 nach Virginia gebracht.


Aufklärung & Klassizismus 19. Jahrhundert

Die Ideen der Aufklärung (Beginn des Klassizismus) brachten im 18 Jahrhundert eine Milderung der religiösen Gegensätze, eine wachsende Bedeutung des Bürgertums und innere Reformen mit sich. Als bedeutender Herrscher des aufgeklärten Absolutismus gilt beispielsweise Joseph II. Die Französische Revolution von 1789 mit ihren Forderungen nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit rief große politische Veränderungen in Europa hervor, welchen sich Preußen und Österreich entgegenzustellen versuchten. Während der französischen Revolutionskriege unterlagen Kaiser Leopold II. und Franz II. Preußen musste im Basler Frieden (1795) der französischen Republik die linksrheinischen Territorien abtreten. Österreich schloss mit Frankreich den Frieden von Campoformio (1797). Die dort in Geheimartikeln vereinbarte Abtretung des linken Rheinufers von Basel bis Andernach an Frankreich wurde 1801 (Friede von Lunéville) bestätigt. Das Reich war in der Auflösung begriffen und wurde den Interessen der europäischen Großmächte entsprechend aufgeteilt.

Die Französiche Revolution 1789 - 1815

Die Aufklärung bereitete die Frz. Revolution (1798-99) vor. Die Bauern und Arbeiter waren auch als Folge der kostspieligen Kriege verarmt und das Bürgertum wollte mehr Mitbestimmung. Reformen scheiterten am Widerstand von Adel und Klerus. Der Sturm auf die Bastille am 14.7.1789 war Sinnbild für den Sturz des Absolutismus und für die Herrschaft des Volkes. Erklärung Frankreichs zur Republik, Hinrichtung des Königs Ludwig XVI. am 21.1.1793. Ihm folgten ca. 1½ Jahre später auch die Führer der Revolution, Danton und Robespierre. Dem nachfolgenden Direktorium mangelte es an Persönlichkeiten, es verzettelte sich in äußeren Kämpfen und wurde am 9. November 1799 durch einen Staatsstreich vom Konsulat abgelöst. Erster Konsul: Napoleon Bonaparte (1802 Konsul auf Lebenszeit). Er baute zahlreiche Straßen, deren Verlauf noch heute besteht und führte den "Code civil" ein, der ebenfalls noch heute Gültigkeit hat. 1804 krönte er sich zum Kaiser ("empereur") und versuchte sich zunächst sehr erfogreich als Eroberer Westeuropas. 1812 scheiterte er jedoch am Russlandfeldzug. Die Russen hatten sich zurückgezogen und verbrannte Erde hinterlassen, Moskau selbst brannte. Die Grande Armée musste den Rückzug durch Eis und Schnee antreten; die große Mehrheit der französischen Soldaten ließ dabei ihr Leben. Dann ging es Schlag auf Schlag: Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig (16-19.10.1813), Verbannung nach Elba, Rückkehr von Elba und wieder der Versuch, die Macht zurückzugewinnen ("Hundert Tage"), Niederlage bei Waterloo (18.6.1815), Verbannung nach St. Helena, Tod (5.5.1821). Sein Leichnam wurde 1840 nach Paris überführt und im Invalidendom beigesetzt.

Nach der Französischen Revolution erklärte Spanien der jungen Französischen Republik den Krieg, erlitt aber eine Niederlage. Napoleon I ließ 1808 Spanien besetzen und erreichte den Thronverzicht des Königs und des Thronfolgers; Joseph Bonarpart wurde spanischer König. Gegen die französischen Unterdrücker errang das Volk ( mit Unterstützung einer engl. Armee unter A. Wellington) in einem gnadenlosen Guerillakrieg ( 1808 –1814 ) seine Freiheit zurück.

Unter Georg III. (1760–1820) verlor England seine nordamerikanischen Kolonien. Der Verlust von 13 Kolonien auf dem nordamerikanischen Festland, die 1776 ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, war nur ein vorübergehender Rückschlag. Die Feindschaft gegen Frankreich und die Abneigung gegen die Französische Revolution veranlassten einen 22jährigen Kampf (Koalitionskriege, Befreiungs- kriege), in dem Frankreich mit Hilfe Russlands, Österreichs und Preußens niedergerungen wurde. Nunmehr stieg Großbritannien zur vorherrschenden Welt-, See- und Kolonialmacht empor, die auch durch ihre fortgeschrittene Industrie unbestrittene Handels- und Wirtschaftsvormacht war. Mit drei Siegen über Napoleon (1799 Abukir, 1805 Trafalgar, 1815 Waterloo) sicherte Großbritannien seine Stellung als wichtigste Weltmacht. Es überwand die mit der Industrialisierung zusammenhängenden Unruhen durch die Wahlrechtsreformen von 1832 und 1884.

Alexander I. unterstützte im 3. Koalitionskrieg in der sogenannten Dreikaiserschlacht (1805) den österreichischen König und deutschen Kaiser Franz II.. Es kam zu einer verheerenden Niederlage, die Franz II. mit dem Verlust seiner Kaiserwürde und zahlreichen Gebietsabtretungen hinnehmen musste, während Alexander, dessen Reich in weiter Ferne lag, noch glimpflich davonkam. Im 4. Koalitionskrieg (1806/07) sah sich Alexander erneut genötigt, diesmal zugunsten Preußens, gegen Napoleon vorzugehen. Hinzu kam der Umstand, dass Napoleon dem russischen Reich gefährlich nahe gerückt war. Aber auch die alliierten preussisch-russischen Militärs waren nicht in der Lage, den gewaltigen Expansionsdrang Napoleons aufzuhalten. Preussen lag völlig zerstört am Boden und Alexander I., der sich nun auf eine Verständigung mit Napoleon besann, kam erneut relativ unbeschadet aus dieser Situation heraus. Die Aufteilung Europas in eine westlich, durch Frankreich dominierte und eine östliche, russische Einflusssphäre waren beschlossene Sache. 1814 zog Alexander als "Befreier Europas" an der Spitze der Alliierten nach Paris ein und setzte der Herrschaft Napoleons ein Ende. Nach dem Wiener Kongress und der Neuaufteilung Europas verfolgte Alexander, bis zu seinem Tot am 1.12.1825, eine strenge autokratische Machtausübung, da er Angst vor einer Revolution hatte.


Aufteilung und das neue Europa ab 1815

Nach der Niederlage Napoleons wurde Europa durch den Wiener Kongress (1815) neu geordnet. Frankreich kam dabei glimpflich davon. Frankreichs Vertreter Charles Maurice de Talleyrand erreichte, dass die französische Grenze auf den Stand von 1792 festgelegt wurde; die Monarchie wurde wieder eingesetzt (Restauration der Bourbonen). Der alte Glanz der Monarchie war jedoch dahin. Die Julirevolution von 1830, die den liberalen Louis-Philippe (der "Bürgerkönig") an die Macht brachte, war der letzte Versuch, die Monarchie in Frankreich zu retten. Die seit dem Wiener Kongress souveränen deutschen Einzelstaaten vereinigten sich 1815 zum Deutschen Bund. Fürst Metternich übernahm die Führung der Bundespolitik. Der Wiener Kongress stellte auch die alte Ordnung mit dem Kirchenstaat und Österreich (im Norden) als vorherrschenden Mächten wieder her. Italien blieb ein geografischer Begriff. Die folgenden Jahrzehnte sind das heroische Zeitalter des Risorgimento (Wiedererstehung), des legendenumwobenen Kampfes für die Einheit und Freiheit Italiens. Geheimbünde und Verschwörer zettelten einen erfolglosen Aufstand nach dem anderen an, die alle blutig niedergeschlagen wurden. Ferdinand VII ( 1813 – 1833 ) wurde wieder in Spanien eingesetzt und aktivierte den Absolutismus wieder. Nach seinem Tod beanspruchte sein Bruder Don Carlos den Thron und löste somit den ersten Karlistenkrieg (1834 – 1839) aus. In Deutschland wurde 1834 unter Führung Preußens der Deutsche Zollverein gegründet (dem der größte Teil Deutschlands außer Österreich angehörte), um wirtschaftliche Hemmnisse und Zölle abzubauen. Unter der Schirmherrschaft des Wiener Kongresses, der die andauernde Neutralität der Schweiz anerkannte, schlossen 22 Kantone einen neuen Bund (August 1815). Zu den ursprünglichen 13 Kantonen gesellten sich Sankt Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin, Waadt, Wallis, Neuenburg und Genf dazu. Nach 1830 bauten 12 Kantone ihre Verfassungen nach demokratischen Gesichtspunkten aus. Die anderen Kantone (hauptsächlich die katholischen), bildeten einen separaten Bund, den Sonderbund, der 1847 militärisch niedergeschlagen wurde.

Das Revolutionsjahr 1848, die Industralisierung und der Imperialismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts

Die Industrialisierung, von Großbritannien ausgehend, fasste Anfang des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland Fuß. Sie brachte neben dem wirtschaftlichen Aufschwung (mit dem der Aufbau eines Verkehrs- und Eisenbahnnetzes einherging) auch große soziale Probleme mit sich.

Die Februarrevolution 1848 in Frankreich wurden die Bourbonen endgültig gestürzt. Präsident der Zweiten Republik wurde Louis Napoléon, der Neffe von Napoleon I. 1852 ernannte er sich zum Kaiser Napoleon III. (Zweite Kaiserreich 1852-70) trieb Prestigepolitik und baute die französischen Kolonien aus (Eroberung Nord u. Mittelafrikas, Madagaskars u. Indochinas). Nach der Niederlage im Krieg gegen Preußen (1870/71) wurde er abgesetzt und machte der Dritten Republik Platz. Im September 1848 machte eine neue Verfassung die Schweiz zu einem Bundesstaat mit einer Zentralregierung in Bern, dem Sitz des Schweizer Bundesrats. Das Land nahm schließlich die Rechte auf "Referendum" (1874) und "Initiative" (1891) an. Die Neutralität und die humanitäre Gesinnung der Schweiz wurden in den Kriegen von 1870, 1914 und 1939 respektiert. Nationale und liberale Kräfte in Deutschland riefen die Märzrevolution von 1848 hervor, in deren Folge der österreichische Fürst Metternich zurücktreten musste. Der Bundestag wurde von der deutschen Nationalversammlung abgelöst, die in der Frankfurter Paulskirche zusammenkam und Erzherzog Johann zum Reichsverweser wählte. Den Anhängern des großdeutschen Gedankens standen die Kleindeutschen ("Erbkaiserlichen") unter der Führung Heinrich von Gagerns gegenüber, die einen Bundesstaat ohne Österreich mit dem preußischen König als Kaiser anstrebten. Im März 1849 wurde die Frankfurter Reichsverfassung beschlossen. Dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. wurde die Kaiserkrone angetragen, doch er schlug sie aus. Die Reichsverfassung wurde abgelehnt. Unter dem österreichischen Ministerpräsidenten Fürst zu Schwarzenberg, unterstützt von Russland und den deutschen Mittelstaaten, wurde der alte Bundestag wieder einberufen. Mit der Olmützer Punktation (1850) verzichtete Preußen auf eine deutsche Einheit unter seiner Führung und erkannte den Bundestag an. 1848/49 wurden die Österreicher vorübergehend aus Mailand und Venedig vertrieben. In Rom riefen Garibaldi und Mazzini die Republik aus, mussten jedoch vor einem französischen Hilfskorps des Papstes kapitulieren. Ein letztes Mal wurde Österreich Vormacht, dessen wichtigster Widersacher nun das Königreich Piemont-Sardinien unter Viktor Emanuel II. und Ministerpräsident Cavour war. Diesem gelang es, die meisten Liberalen und Republikaner hinter sich zu vereinigen und die Unterstützung des französischen Kaisers Napoleon III. zu gewinnen. 1859 und 1861 wurden die Österreicher entscheidend geschlagen, 1861 nahm Viktor Emanuel II. den Titel König von Italien an. Das hohe Zensuswahlrecht (nur 1,9 Prozent der Bevölkerung waren wahlberechtigt) beschränkte die politische Repräsentation auf eine schmale liberal-konservative, häufig adlige Oberschicht. Auch in Spanien herrschte weiter Unruhen, wirtschaftliche Rezession und politische Instabilität. Spanien verlor einen Großteil seiner Übersee-Besitzungen und nach der Revolution 1868 mußte Isabella die Tochter von Ferdinand VII schließlich abdanken, die Erste Republik wurde ausgerufen. Leider ging es so weiter, erst als Ihr Sohn Alfons XII 1873-1886 erholte sich das Land, aber es verlor alle Kolonien. Alfons XIII ( 1886 – 1931 ) verstand es, Spanien aus dem Ersten Weltkrieg herauszuhalten, indem es neutral blieb.

In Frankreich entstand gegen ende des 19. Jahrhunderts die dritte Republik: Der Aufstand der Pariser Kommune (1871, Kampf für eine föderalistische und soziale Republik) wurde gewaltsam niedergeschlagen ("blutige Woche" v. 21.5.-28.5.1871). Unter Frankreichs Hilfe wurde 1870 auch der Rest des Kirchenstaats Italien eingegliedert. Die Haltung des Papstes gegenüber dem neuen Staat blieb unversöhnlich, er erklärte sich als "Gefangener im Vatikan" und verbot den Katholiken Italiens die Teilnahme an Parlamentswahlen. Innenpolitische wurde in Frankreich die Dreyfus-Affäre (1898/99).


1. Weltkrieg

In Europa bildeten sich zwei Machtblöcke: auf der einen Seite der Dreibund Deutschland, Italien, Österreich, auf der anderen Seite die Triple-Entente aus Frankreich, Großbritannien und Russland. Die Machtprobe war beinahe unausweichlich und führte zum 1. Weltkrieg von 1914-18 ("La Grande Guerre"). Allein an den Schützengräben Frankreichs verloren 1,6 Mio. Menschen ihr Leben. Am Ende stand Frankreich auf der Seite der Sieger und diktierte den Verlierern im Versailler Vertrag Bedingungen, die künftige Konflikte vorprogrammierten. Der Erste Weltkrieg beendete das Zeitalter des britischen Imperialismus, in dem Queen Viktoria (1837-1901) auch als Kaiserin von Indien geherrscht hatte.

Eduard VII. brachte die Beilegung der Gegensätze mit Frankreich zustande und schloß 1904 ein enges Bündnis, die Entente cordiale. Auch mit Rußland kam es 1907 zu einer Einigung. Italien wurde dem Dreibund mit Deutschland und Österreich entfremdet. Die seit 1905 herrschende liberale Regierung hatte die Außenpolitik der Konservativen weitergeführt, und auch die Thronbesteigung Georgs V. 1910 (nach Abdankung durch Eduard VII, da er eine geschiedene Bürgerliche heiraten wollte) änderte nichts an der deutschfeindlichen Politik Großbritanniens. Der deutsche Angriff auf Frankreich und der Einmarsch in Belgien waren für die Engländer der Anlass zum Eintritt in den 1. Weltkrieg. Die Kriegsjahre 1914–1918 forderten von Großbritannien harte Opfer. Allerdings war Großbritannien als Weltmacht hinter die USA zurückgefallen, und das Empire begann sich zu lockern; an seine Stelle trat das Britische Commonwealth.


Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg
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