Das Römische Reich 510 v. Chr. - 476 n. Chr.

Kurze Zusammenfassung / Übersicht
(1000 v. Chr. - 476 n. Chr.)

Einführung, erste Völker - Etrusker, 12. Städtebund, Republik Rom bis Eroberung durch die Kelten 510 v. Chr. bis 396 v. Chr., Kriege mit Hannibal (240v.Chr.), Eroberung Afrika, Sklavenaufstand, bis 133 v. Chr., Aufstände in Rom - Gracchus Konsul Marius und Sieg über die Teutonen, Diktator Sulla, Triumvirat - Crassus, Pompeius, Ceasar (73 - 44 v. Chr.) Eroberung Gallien - Vercingetorix, Ägypten - Kleopatra, Blühte Roms durch Ceasar, Octavian / Augustus, innere Auseinandersetzungen mit Antonius - erster König, Tiberius - beginn der Kaiserzeit 14 - 476 und Geburt Jesus Christus, Fortführung der iulisch-Claudischen Linie mit Caligula, Claudius, Nero - Christen-verfolgung und Brand Roms, Sabinische Linie mit Vespasian nach dem Vierkaiserjahr 69 n. Chr., Titus und sein Bruder Domitian, Nerwa und Beginn der Adoptivkaiser ab 98 mit Traian sowie Hadrian (beide aus Spanien), Antonius Pius, Mark Aurel und sein Sohn Commodus und ende der Adoptivkaiser Anno 192. Die Soldatenkaiser und Schwäche von Rom. Trennung Roms in ein West- und Ostreich, Wiedervereinigung, Auseinandersetzung mit den Hunnen ca. 325, Untergang des Weströmischen Reiches 476 nach Christus.

Die Frühzeit bis 510 v. Chr.

Der Name Italien kommt von "vituli" = Jungstier. Um 1000 v.Chr. wandern die indogermanischen Italiker und illyrische Stämme ein, also unterschiedliche Stämme, die sich auch an verschiedenen Gebieten niederliessen z.B. die latinische Gruppe in Latium und am Tiber, die Sabiner ebenfalls am Tiber. Um 900 v. Chr. wandern die kleinasiatischen Etrusker ein. Sie waren besser bewaffnet und konnten so ein grosses Gebiet an der Westküste Italiens, vom Arno bis zum Tiber unterwerfen. Mehrere Städte entstehen. Um 750 v. Chr. wurde die Stadt Rom auf den 7 Hügeln (Aventin, Caellius, Oppius, Palatin, Quirinal ,Viminal und Capitol). Sie liegt am Tiber, auf dem man mit dem Schiff bis zum Meer fahren kann und ist umgeben von Sümpfen und somit leicht zu verteidigen. Als Gründungstag wird der 21. April 753 v. Chr. festgelegt. Die Stadt entstand durch die Zusammenlegung der Siedlungen der Latiner (auf dem Palatin) und der Sabiner (auf dem Esquilin, Viminal und Quirinal). Eine andere Geschichte zeigt die “sagenhafte” Gründung der Stadt. Die Zwillinge Romulus und Remus wurden ausgesetzt und von einer Wölfin aufgezogen. Nach ihrer Rettung erhielten sie später die Erlaubnis eine Stadt zu Gründen. Romulus zog mit dem Pflug eine Furche, Remus hüpfte drüber und Romulus schlug ihn nieder mit den Worten: “So soll es jedem ergehen, der über meine Mauern springt.” 37 Jahre lang regierte Romulus, bis er bei einer Sonnenfinsternis mit einem feurigen Wagen zum Himmel fuhr. In der Zeit zwischen 750 und 510 v.Chr. herrschten die sagenhaften 7 Könige über die Stadt: Romulus, Numa Pompilius, Tullus Hostilius, Ancus Marcius, Tarquinius Priscus, Sevius Tullius und Tarquinius Superbus.

Um 600 v.Chr. schlossen sich die mächtigsten Städte zu einem Zwölfstädtebund zusammen. Mit der Zeit reichte ihre Macht bis Norditalien. Außerdem hatten sie auch eine gut funktionierende Flotte. 540 v. Chr. landeten sie einen Sieg gegen die griechische Flotte vor Korsika. Danach waren sie die Herrscher über das Nord-West Mittelmeer. Der König (rex) war oberster Heerführer, Priester (König durch Gottes Willen) und Richter des Imperiums. Ihn beriet die Ältestenversammlung (Senat) und die Priesterschaft. Um 500 wurde der König von den vornehmen Familien (Adel = Patrizier) Roms gestürzt. Ende der Königszeit (510v.Chr.): Rom wird Republik (res publica = Sache der Gemeinschaft / Öffentlichkeit). An der Spitze des Staates steht zunächst der Oberste Jahresbeamte (Prätor maximus) später die Konsul. Alle Beamtenstellen wurden aber von Patriziern besetzt.

Die Republik Rom
(510 v. Chr. bis 396 v. Chr. - Einfall der Kelten)

Die drei Säulen der Regierung von Rom:

1. Der Senat (300 Mitglieder - später mehr):
Berät den Magistrat, muss den Volksbeschlüssen zustimmen. Durch den großen Einfluss des Senats kann man sagen, dass er die eigentliche Regierung war.
2. Die Volksversammlungen:
a) Zenturiatkomitien (Mitglieder werden eingeteilt nach Vermögensklassen): Entscheidungen über Krieg und Frieden, Wahl der obersten Beamten, Beschlüsse über Gesetze und die Strafjustiz. Da die Patrizier die Mehrheit der Stimmen hatten, so gewann bei Abstimmungen immer die Oberschicht.
b) Tributkomitien: Einteilung der Gebiete für die Besteuerung
c) Kuriatkomitien: 30 Männergemeinschaften bilden die unterste Ebene der Volksversammlungen
3 Der Magistrat (das sind die obersten Beamten mit einer Amtszeit von 1 Jahr; die Mitglieder werden durch die Komitien berufen)
a) Zwei Konsuln: Kriegsführung, Finanzen, Gerichte. Im Kriegsfall ernennt ein Konsul einen Diktator (auf max. 6 Monate), der dann die alleinige Macht hat)
b) Zwei Prätoren: Zuständig für die Rechtssprechung
c) Zwei Zensoren: werden alle 5 Jahre gewählt und sind für die Vermögensveranlagung (also die Steuer) zuständig
d) Zwei Ädilen: haben die Polizeigewalt und die Marktaufsicht
e) Zwei Quästoren: verwalten die Staatskassesuln

498- 493 v. Chr. Staatsvertrag zwischen Rom und Karthago. Rom anerkennt die Vorherrschaft Karthagos im westlichen Mittelmeer an. Rom führt Krieg gegen die Latinerstädte und gegen die umliegenden Bergstämme der Äquern und Volskern. Am Ende bekommen die Latinerstädte das Selbstbestimmungsrecht.

Den Patriziern, das waren die Grundbesitzer, gehörten alle Vorrechte im Staat. Sie standen über dem normalen Volk, den Plebejern (Plebs=Volk) 494 v.Chr. Die Plebejer waren wohl frei, aber meistens arm und verschuldet. Immer wieder versprachen die Patrizier, die Lage der Plebejer zu verbessern, aber nichts geschah. Deshalb zogen sie (mehrmals) aus der Stadt aus. Die Patrizier brauchten aber die Plebejer (für Arbeit und im Kriegsfall) und machten so Zugeständnisse. Die Plebejer konnten nun selbst auf Volksversammlungen einen Volkstribun wählen. Der Volkstribun war frei, unverletzlich, d.h. niemand durfte ihn in seiner Arbeit behindern oder gar festnehmen.

Um 400 v. Chr. Keltische Stämme dringen nach Italien ein (auch nach Frankreich, Spanien und England). Sie besiegen Rom (durch die bessere Bewaffnung) und brennen die Stadt nieder. Erst nach Bezahlung eines Tributes ziehen sie wieder ab, aber Rom ist so geschwächt, dass sie ihre Vormachtstellung verlieren. Ihre vorherrschende Stellung verloren sie nach der verloren Seeschlacht gegen Syracus (Sizilien) und vor allem nach dem Einfall der Kelten (396). In Westsizilien wurden phönizische Städte gegründet. Von Sizilien aus ist es ja nur ein kurzer Seeweg zum afrikanischen Kontinent und somit nach Karthago, ihrer Hauptstadt. Die Phönizier weiteten sich bis Sardinien und Korsika aus.

Auseinandersetzungen mit Karthago und Wiederaufstieg
(396 v. Chr. bis 133 v. Chr.)

In den Folgejahren wird die Stadt wieder aufgebaut und um die 7 Hügel eine starke Mauer gezogen. Der Aufstand der Latinerstädte gegen Rom wird in Verbindung mit den Samniten niedergeschlagen. Die Städte müssen sich Rom anschließen. 329 muss sich auch der Stamm der Volsker Rom unterwerfen.

3. Samniternkrieg 298-290 v.Chr.: die Römer führten Krieg gegen die Samniten, die Etrusker, die Kelten, Sabiner, Lukaner und Umbrer. Die Römer gewinnen und gewinnen. Am Ende steht wieder ein Friedensvertrag. Rom besiegt die Kelten und ist jetzt sichere Herrschermacht in Mittelitalien 285 v.Chr.

Rom streckt seine Fühler nach Süditalien aus (282 - 272 v.Chr.), das aber passt Tarent, der Stadt am Stiefelabsatz, nicht und sie vernichten eine römische Flotte. Rom zog in Krieg gegen Tarent und diese verbündeten sich mit Pyrrus, einem König, dessen Reich in Nordgriechenland (gegenüber von Korfu) liegt. Dieser kommt mit 20'000 Söldner, 3000 Reiter und 26 Kriegselefanten und siegt in der Schlacht bei Ausculum. Mit riesigen Verlusten, deshalb spricht man noch heute vom Pyrrussieg. Pyrrus machte mit den Kriegen weiter, nun gegen Syracus und die verbündeten Karthager auf Sizilien. Das Blatt wendet sich, als die griechischen Städte in Süditalien ihm nicht mehr folgen und Rom sich mit Karthago zusammenschließt. Nach einer Niederlage gegen die Römer verzieht sich Pyrrus wieder nach Griechenland. Tarent und die griechischen Städte in Süditalien schließen sich Rom an. Rom hat nun auch die Macht in Süditalien.

1. Punischer Krieg:
260 v.Chr. möchte Rom die alleinige Macht im Süden und greift nach der Insel Sizilien. Zwischen der Stiefelspitze von Italien und der Insel Sizilien kommt es vor Mylae zur Seeschlacht zwischen Rom und Karthago. Karthago hatte bisher die bessere Flotte, aber die schlauen Römer bauten ähnliche wendige Boote wie die Karthager und hatten dazu noch eine neue Idee: Die Enterbrücke. So konnten sie auf das gegnerische Schiff und dort im Kampf Mann gegen Mann waren sie überlegen und somit gewannen die Römer die Seeschlacht. Vier Jahre später kam es zu einer weiteren Flottenschlacht, dieses mal vor der Küste Afrikas. Die Römer gewannen, gingen an Land und standen nun vor Karthago. Das Friedensangebot lehnten die Karthager wegen Ungerechtigkeit ab. So kommt es zur Landschlacht von Tunis. Unter Xanthippos, dem spartanischen Söldnerführer gewannen die Karthager (Phönizier) gegen die Römer und diese schifften wieder ab nach Sizilien. 250/249 kam es wieder zu Seeschlachten, einmal gewannen die Römer, einmal verloren sie. Ein paar Jahre war Ruhe, weil ihnen ja die Schiffe ausgegangen waren. Aber die Hilfe nahte. Die reichen Bürger Roms machten Geld locker und finanzierten eine neue, schöne und schlagkräftige Flotte.

241 v.Chr. trafen sich die Kontrahenten erneut zur Seeschlacht vor Sizilien. Die Römer siegten, die Karthager verzogen sich von der Insel und die Römer nahmen nun ganz Sizilien. Sizilien wurde die 1. Römische Provinz. 241 - 219 v. Ch. kämpften die römische Flotte weiter und siegt gegen Karthago (wegen Sardinien) und auch gegen die Seeräuberei. Aber nicht nur zu Wasser, auch auf dem Land waren die Römer erfolgreich und konnten ihren Einflussbereich im Norden ausweiten. Für Karthago war auf dem Wasser des Mittelmeeres nichts zu holen, also setzten sie nach Spanien über und begannen auf dem Landweg die Eroberung. Das war unter dem Karthagerführer Hasdrubal. Dieser wird ermordet und der Sohn von Hamilkar, nämlich Hannibal , wird Feldherr der Karthager. Da die Römer auf dem Wasser auch schon bis Spanien vorgedrungen waren, gab es Krach um die spanische Stadt Sagunt. Hannibal stellte sich dagegen und Rom erklärte den Krieg.

2. Punischer Krieg (218 - 201 v. Chr.)
Die Römer planten nun einerseits Spanien anzugreifen und andererseits gleich nach Karthago überzusetzen. Aber der Teufelskerl Hannibal war schneller. Der nämlich marschierte mit 50 000 Mann, 9000 Reiter und 37 Kriegselefanten los, überquerte die Pyrenäen und dann auch noch die Alpen, um nach Italien zu kommen. Nach zwei Kämpfen gegen die Römer (unter dem Feldherrn Scipio) und der anstrengenden Alpenüberquerung kam Hannibal noch mit 26 000 Mann in Italien an. Das war eine Überraschung. Eine weitere Armee Roms wird an den Trasimenischen See geschlagen und Hannibal zieht weiter nach Süden. Am 2. August 216 verloren die Römer gegen die Karthager (trotz zahlenmäßiger Überlegenheit; 80 000 Mann) wieder eine Schlacht gegen Hannibal und zwar in Cannae. Dies war die schwerste Niederlage der Römer überhaupt. Hannibal ging danach zum Ausruhen ins Winterlager. In Spanien konnten in dieser Zeit die Römer unter Cornelius Scipio Gewinne verzeichnen und auch Hannibals Bruder Hasdrubal dort binden. Hannibal schloss ein Bündnis mit dem Makedonenkönig Philipp V., dieser konnte aber die Illyrer (Albanien) nicht bezwingen und somit nicht nach Italien gelangen. Aber es gab immer wieder Kämpfe mit den Römern um die Peleponnesischen Städte. Hannibal erobert Tarent und südlich von Rom Capua. Nun will er auch das Zentrum des Römischen Reiches, die Stadt Rom. Hannibal kommt aber nicht nach Rom, im Gegenteil, die Römer belagern und erobern Capua zurück. Es ist unglaublich, wie viele einzelne Schlachten die Römer zu bewältigen haben: In Italien, in Spanien, auf der Peloponnes. In Spanien sind die Römer immer wieder siegreich gegen die karthagische Armee, aber Hasdrubal kommt irgendwann doch nach Italien durch, wird aber dort geschlagen und getötet. Nach ein paar anderen Schlachten zogen sich die Karthager zurück nach Afrika und Die Römer ziehen ab aus Griechenland und schließen Frieden mit dem König von Makedonien.

Scipio der röm. Feldherr zieht nach Afrika und bedroht Karthago. Im Jahre 205 v.Chr. kommt es zur Entscheidungsschlacht südlich von Karthago in Zama. Die Römer gewinnen und Hannibal musste fliehen. Der Friedensvertrag sieht so aus: Karthago verzichtet auf Spanien, verzichtet auch auf weitere Kriege in Europa und Afrika und muss Reparationszahlungen leisten. Scipio fährt als Sieger zurück, bekommt seinen Triumpfzug und den Beinamen Africanus. Später wird er aber der Unterschlagung angeklagt und stirbt 183 in freiwilliger Verbannung. Hannibal wird zunächst oberster Beamter in Karthago. Er muss aber fliehen (weil Rom ihn ausgeliefert haben will) und an verschiedenen Stellen um Asyl bitten. Hannibal stirbt auch 183 und zwar freiwillig durch Freitod. Die Römer haben nun die Macht rund um das Mittelmeer. In Rom selbst gibt es nun zwei Parteien: die Adelspartei und die Volkspartei. Die eroberten Gebiete werden zu römischen Provinzen unter römischen Statthaltern (Prätoren). Aus den Provinzen fließt nun viel Geld nach Rom (Steuern, Zölle).

Das Römische Reich wächst (200 - 190 v.Chr.) Siegreicher Krieg in Norditalien gegen die Kelten. 200 - 197 Gleichzeitig siegreicher Krieg gegen Makedonien. Die griechischen Staaten erhalten aber Autonomie. 192 -188 Siegreicher Krieg gegen den Seleukidenherrscher Antiochos III. in Kleinasien. Rom verteilt in diesem Gebiet die Macht an Rhodos und Pergamum im Norden Kleinasiens. Die Seleukiden werden zu Reparationszahlungen verdonnert. Die Makedonen 171 - 168 versuchen einmal wieder die Herrschaft über die griechischen Staaten zu erlangen. Aber nicht mit Rom! Die greifen wieder ein und zum Schluss wird das Makedonenreich aufgeteilt. Das haben sie nun davon. Später (148) wird es sogar noch römische Provinz.

3. Punischer Krieg (149 -146 v.Chr.)
Westlich von Karthago liegt das Land Numidia (Masinissa). Die wollten sich gerne vergrößern in Richtung Karthago und die Römer unterstützten dies auch noch insgeheim, wohlwissend, dass Karthago sich die Einmischung nicht gefallen lassen konnte. Also erklärte Karthago den Krieg. Nun wurden die Römer wach, denn (siehe oben) im letzten Vertrag steht, dass Karthago keinen Krieg führen darf. Konsul Cato schickt daraufhin seine Armee nach Karthago. Diese sehen die Römer, kapitulieren, wollen aber (verständlich) ihre Stadt nicht verlassen. Das ärgert die Römer wiederum und sie zerstören die ganze Stadt. Alle Überlebenden wurden als Sklaven nach Rom gebracht. Das gesamte karthagische Gebiet wird Römische Provinz Africa.

Der Sklavenaufstand (136 - 132 v. Chr.). Auf Sizilien proben 200 000 Sklaven unter der Führung des Syrers Eunus den Aufstand. Das Ende ist schrecklich. Eunus wird festgenommen und 20 000 Sklaven gekreuzigt.


Provinz Asia (133 v.Chr.): Machtgewinn ohne Krieg. Mal etwas Neues. Attalos III. von Pergamum (nördlicher Teil von Kleinasien, heute Türkei) vererbt sein Land den Römern. Diese schlagen das Erbe nicht aus und machen Pergamum zur Provinz Asia.

Aufstände in Rom und Kriege
(133 - 71 v. Chr.)

Von Anfang an war Rom in Kriege verwickelt und das hörte in den vergangenen Jahrzehnten auch nicht mehr auf. Durch die Kämpfe entstand eine Lücke Zuhause und den täglichen Arbeiten, besonders im Volk. Die reichen Patriziern konnten in den Krieg ziehen, Ruhm erwerben, Kriegsbeute anhäufen und die Arbeit Zuhause wurde von (oft mehreren hundert) Sklaven gemacht. Das allgemeine Volk traf´s dagegen. In den kurzen Kriegspausen kamen sie kaum mehr nach mit dem Bearbeiten des Bodens oder um ihr Handwerk auszuüben. Viele gingen bankrott und konnten kaum ihre Familie ernähren.

Unzufriedenheit war angesagt. Aber da gab es noch die Gracchus - Brüder (interessanter Weise die Söhne eines Senators). Tiberius Gracchus war Volkstribun und er wollte den Armen helfen, indem er ihnen Land zuwies und er wollte den Königsschatz von Pergamum (Roms Erbe) an die Armen verteilen. Auch sollte der Grundbesitz für die Reichen beschränkt werden. Seinem Kollegen Octavius passte dies nicht und er setzte den Gracchus einfach als Volkstribun ab. Gracchus wehrte sich, wurde wieder gewählt und konnte dann einiges durchsetzen. Aber er durfte ja nur 1 Jahr Volkstribun bleiben. Vor allem der Senat war empört, als sie Tiberius Gracchus nochmals zur Wahl stellte, was eigentlich nicht möglich war. Am Tage der Wiederwahl wurde Tiberius Gracchus erschlagen. Ein paar Jahre später wollte sein Bruder C. Gracchus das erreichen, was sein Bruder nicht schaffte, außerdem wollte er auch noch, dass die Menschen in den Bundesgenossen-Ländern auch römische Bürger werden. Aber, sowohl der Senat, als auch das untere römische Bürgertum wollten dies nicht. Viele Anhänger von Gracchus wurden getötet, er selbst liess sich von einem Sklaven töten. Die Ungerechtigkeiten blieben.

111 - 105 Numidia, ein Nachbarstaat von Karthago, sollte auf römische Anordnung geteilt werden. Jugurtha, der Herrscher der einen Hälfte, eroberte aber auch die andere Hälfte. Die Römer ließen sich das nicht gefallen, erlitten aber einige Niederlagen, auch weil Jugurtha sie bestechen konnte. Erst als der Feldherr Marius kam, konnte Jugurtha besiegt werden. Numidien wurde römische Provinz. Jugurtha wurde nach Rom ausgeliefert. Zu dieser Zeit war Sulla Konsul.

Die ersten Germanen 113-101 v. Christus. Es kommt zu Kämpfen in Kärnten und Gallien gegen römische Armeen. Die Germanen besiegen die Römer und in Rom bricht Panik aus. 104 wird Marius zum Konsul gewählt und er führt in der Armee Reformen durch: Es gibt nun ein Berufsheer, gegliedert ist dies in Legionen (ca. 6000 Mann), je 10 Kohorten, je 6 Zenturien oder 3 Manipeln. Die Soldaten bekamen nach dem Wehrdienst (16 Jahre) eine Abfindung. Mit diesem neuen Heer konnte Marius Siege über die Teutonen feiern.

In Rom selbst gab es noch immer soziale Unzufriedenheit. Im Laufe dieser Auseinandersetzungen wird der Volkstribun Drusus ermordet. Aber auch die Bundesgenossen von Rom waren unzufrieden und sie gründen einen eigenen Staat Italien. Rom gab nach und verlieh den Bundesgenossen auch die römischen Bürgerrechte.

Rom kommt aber nicht zur Ruhe: Neue Kriege in Kleinasien (Mithridatische Kriege). Mithridates VI. König von Pontus am Schwarzen Meer greift römische Gebiete an und stachelt die Griechen auf, sich gegen Rom zu erheben. In der sog. “Vesper von Ephesus” werden 80 000 Römer ermordet. Die Römer setzen den Konsul Sulla ab und Marius bekommt den Oberbefehl. Sulla lässt sich dies nicht gefallen, marschiert in Rom ein und setzt den Senat wieder ein. Danach zieht Sulla mit seiner Armee wegen Mithridates nach Kleinasien. Dies wiederum nützt Marius, der in Rom die Macht übernimmt zusammen mit Cinna. Das wird aber ein richtiges Schreckensregiment vor allem gegen die Sulla-Anhänger. Nach der 7. Wahl zum Konsul stirbt aber Marius. Sulla ist in der Zwischenzeit über Athen nach Kleinasien marschiert und schlägt sich dort mit Mithridates und zwar siegreich (Frieden von Dardanus). Dass dies auch wirklich klappt mit dem Frieden, schlägt ein römisches Heer unter Murena nochmals auf das Heer des Mithridates ein. Nun eilt Sulla zurück nach Rom. In dieser Zeit schlägt sich ein anderes römisches Heer unter Pompeius durch Sizilien und Afrika durch. Dafür bekommt der den Beinamen magnus = der Große. Sulla wird Diktator in Rom. Er lässt alle Marius-Anhänger ermorden, deren Namen stehen auf einer Ächtungsliste (Proscription). Sulla tritt freiwillig 79 von seinem Amt zurück und stirbt ein Jahr danach. Der Feldherr Lucullus schlägt sich mit seinem Heer wieder mit Mithridades, wird aber vom Senat zurückgepfiffen.

Triumvirat - Crassus, Pompeius und Caesar (73 - 44 v.Chr.)

Sklavenaufstand im römischen Reich 73 - 71v. Christus. Der Anführer der Sklaven war Spartacus, ein Fechtersklave. Bald scharte er 70 000 Mann um sich. Mehrmals siegten die Sklaven gegen römische Legionen. Erst der Feldherr Crassus mit seiner Armee konnte die Sklaven besiegen. Was übrig blieb vom Sklavenheer wurde von Pompeius besiegt. Diese beiden wurden danach auch gleich Konsuln. Als erstes kippten sie die Gesetze von Sulla. Pompeius zog wieder in Krieg und wieder mal gegen Mithridates. Er unterwirft Pontus. Dann zog er weiter durch den gesamten Nahen Osten. Ist immer siegreich, vernichtet sogar noch so nebenbei die Seeräuber. Und um die Übersicht zu wahren, teilt er die asiatischen Provinzen neu ein: Pontus, Syria, Cilicia, Armenia, Cappadocia, Galatia, Colchis und Judäa. 62 Cicero ist Konsul von Rom. Pompeius kommt nun mit riesigen Schätzen aus seinen Kriegen zurück. Nun gab es also in Rom den Pompeius, den Crassus und noch einen jüngeren ehrgeizigen Gaius Julius Caesar (100 - 44). Diese drei hatten ähnliche Vorstellungen und beschlossen, sich gegenseitig zu unterstützen. Sie schlossen ein Triumvirat. Zu dritt beherrschten sie den Staat und der Senat hatte kaum mehr Einfluss. 59 wird Caesar Konsul, 55 werden Pompeius und Crassus Konsuln. So geht das hin und her. Und immer wenn es einem römischen Feldherrn Zuhause zu langweilig wurde, zog er los, das Imperium zu vergrößern. Caesar erobert Gebiete bis zur Donau und Rhein, Belgien, Schweiz, setzt über nach England und natürlich Gallien. Immer wieder gibt es gallische Aufstände z.B. unter Vercingetorix. Alesia wird nach Belagerung übergeben. Gallien gehört den Römern bzw. Caesar. Crassus nimmt sich den Osten vor, aber er fällt im Krieg gegen die Parther am Euphrat und Tigris. Pompeius wird Konsul und soll die Banden, die durch Rom ziehen und plündern und morden, bekämpfen. Caesar will aber auch Konsul werden. Die Pompeianer (Anhänger von Pompeius) wollen, dass Caesar sein Heer abgibt. Der schert sich nicht drum, sondern reitet gegen Rom. Er überschreitet den Rubicon und erobert Rom und ganz Italien. Pompeius flieht nach Griechenland (verliert dort eine Schlacht) und flieht weiter nach Ägypten und wird vom Ptolemäerkönig (Pharao) ermordet. Caesar erobert Spanien, zieht nach Ägypten, wo bei einer Schlacht in Alexandria (Caesar und seine Truppe waren eingeschlossen) die berühmte Bibliothek abbrennt und setzt danach die schöne Kleopatra als Pharaonin ein. Dann zieht er wieder nach Kleinasien, wo er gegen Pharnaces von Pontus siegt (veni, vidi, vici = ich kam, ich sah, ich siegte). Zurück in Rom gab es Triumpfzüge und zum Dank wird Caesar Diktator auf 10 Jahre. Nach einer weiteren siegreichen Schlacht in Spanien über die Söhne des Pompeius wird er: Diktator auf Lebenszeit, Imperator, Oberbefehlshaber, Pontifex maximus. Er gibt sich als großer Staatsmann, verteilt Land an seine Soldaten, lässt auch den bis dahin gültigen Kalender überarbeiten (es entsteht der Julianische Kalender), auch schafft er Arbeitsplätze durch einige Baumassnahmen (z.B. Basilika Julia, Forum Julium). Nach alldem, was Caesar geschaffen hatte wurde ihm durch Antonius der Königsthron angeboten. Aber er lehnte großzügig ab. Oder wollte er die Senatoren nicht noch mehr reizen. Denn die Senatoren waren sauer auf Caesar. Sie fühlten sich von Caesar hintergangen, weil er mit seinen Beratern alles alleine beschloss und sie nur noch im Nachhinein ihre Zustimmung geben mussten. So bildete sich eine Verschwörung und zwölf Senatoren (unter ihnen Brutus) erdolchten in den Iden des März (Mitte März, am 15. also) mitten in einer Senatssitzung Caesar 44 v. Christus.

Iulisch-Claudische Dynastie 44 v. Chr. - 68 n. Chr.
Octavian / Augustus (44 v.Chr. - 14 n. Chr.)

Nach der Ermordung Caesars herrschte wieder einmal Aufruhr in Rom. Die Caesar-Mörder verlassen Rom und verteilen sich mit ihren Heeren in Makedonien, Syrien, Gallien usw. Im Jahre 43 v. Chr. Zweites Triumvirat (Antonius, Lepidus, Octavian) auf 5 Jahre; Aufteilung der Provinzen unter den dreien. Antonius schlägt die Heere von Cassus und Brutus 42 v. Christus. 40 v. Chr. Neuverteilung des Landes und der Provinzen unter dem Triumvirat und 39 - 36 wieder verschiedene Schlachten zu Land und zu Wasser. Im Jahre 36 v. Chr. heiratet Antonius Cleopatra und verlässt seine erste Frau, die Schwester von Octavian. Antonius liebt Cleopatra so sehr, dass er ihr auch einige römische Gebiete schenkt. Das wiederum gefällt den anderen nicht. 31 wird die Flotte der Kleopatra besiegt. Antonius und Kleopatra begehen Selbstmord 30 v. Christus. Ägypten wird römische Provinz. Octavian wird dann zum 6. Mal Konsul und stellt 27 v.Chr. die Republik wieder her und erhält 27. v. Chr. den Ehrennamen Augustus.

Für Augustus beginnt nun ein unaufhaltsamer Triumph und Aufstieg. Augustus wird Prinzeps (Erster unter Gleichen - Kaiser - Zar). Im Jahre 27 - 23 v. Chr. Konsul (er erhält: Imperium über Rom, Oberbefehl über die Armee, Zuständigkeit für die Außenpolitik (z.B. auch für völkerrechtliche Verträge), Herrschaft über die kaiserlichen Provinzen, Neuordnung der Provinzen: Gallien und Spanien. Ohne weiter Konsul zu sein, erhält er 22. v. Chr. konsularische Macht auf Lebenszeit; weitere Zuständigkeit über Getreideversorgung, Sitten (z.B. Strafe für Ehebruch), Straßen, Ämter usw. Agrippa wird sein Mitregent. 17 v. Chr. Verkündung des Weltfriedens (pax augusta). Die Römer unter Tiberius, Drusus und Agrippa stoßen bis zur oberen Donau vor; und sie ziehen der Donau lang weiter und wollen bis zur Elbe. Augustus wird Pontifex Maximus, später dann noch Pater patriae (Vater des Vaterlandes) 12 v.Chr. und Kriege gegen Germanenstämme (Friesen, Bataver, Chauken, Quaden, Markomannen). Augustus regelt seine Nachfolge: er adoptiert Tiberius. Tiberius schlägt sich in Germanien durch: Cherusker, Langobarden, Markomannen (Sicherung der Donaugrenze). Es war im Jahre 9 n. Chr., da kam es zwischen dem römischen Heer unter dem Feldherrn Varus (römischer Feldherr) zu einer Schlacht im Teutoburger Wald gegen die Cherusker unter ihrem Anführer Arminius. Und dieser Arminius mit seinem wilden Germanen-Heer löschte drei Legionen des Augustus aus - eine schmachvolle Niederlage für das Römische Reich. Von nun an hatten die Römer die Lust verloren weiter in das Germanen-Reich einzudringen. Sie wollten in Zukunft nur noch ihre Grenze sichern. Am 19.8.14 n. Chr. stirbt Augustus.

Jesus Christus 0 und seine Jünger

Zur Zeit des Augustus lebte und wirkte Jesus. Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt. Sicher ist heute, dass es nicht im Jahre 0 war, eher 7 Jahre früher. Jesus predigte unter den Juden und wurde auch Messias oder Christus (Gesalbter Gottes) genannt. Er verkündete die “Frohe Botschaft” vom Reich Gottes. Da er von vielen sehr angefeindet wurde, wurde er unter dem römischen Statthalter Pontius Pilatus hingerichtet. Seine Anhänger verbreiteten die Botschaft weiter, u.a. der Apostel Paulus. Paulus und andere Apostel schrieben an die vielen neu entstandenen christlichen Gemeinden Briefe, die später die Grundlage des Evangeliums oder des “Neuen Testaments” bildeten. Die Jünger waren die Brüder Petrus und Andreas, die Brüder Jakob und Johannes - alles Fischer -, Matthäus, ein Finanzbeamter, und Philipp, Bartholomäus, Taddeus, Simon, noch ein Jakob, Thomas, später der "ungläubige" genannt und Judas. Später kam Paulus dazu, dieser öffnet das Christentum für Nicht-Juden und deshalb gebührt ihm auch der Verdienst, die römische Kirche gegründet zu haben. Hier entseht ein Wiederspruch, einige nennen auch Petrus als Gründer der römischen Kirche, da er in Rom predigte.

Die christliche Gemeinschaft wurde immer größer und das Christentum wurde, trotz vieler Anfeindungen im römischen Kaiserreich, schließlich zu einer Weltreligion. Mehr über die Christen im Thema Religion "Die Christen und die Bibel".

Die römische Kaiserzeit (14. - 476 n.Chr.)

14 - 37 Tiberius durch weitere Kriege gegen die Germanen in Rom lange abwesend verstand die Politik die in Rom durch de Senat gemacht wurde nicht mehr nach seiner Rückkehr. Er war ein sehr bedachter Kaiser und heute wird er oft als der "konstitutionellste Monarch". Nach der Verschwörung des Präfekten Seian, der aber hingerichtet wird. Er zieht Tiberius nach Capri 26 n. Christus. Er verstand es dennoch, von dort aus über ein Jahrzehnt hinaus die Geschicke der Grenzpolitik zu meistern und eine effiziente und sparsame Administration zu leiten. Nach der Verschwörung des Präfekten Seian in Rom wurde dieser im Jahre 31. n. Chr. hingerichtet. Im besetzten Jerusalem wurde im Jahr 30 n. Chr. Jesus Christus gekreuzigt auf Wunsch der orthodoxen Juden durch den Römer Vertreter Pontius Pilatus.

Die Kranke Weltmacht 37-68

Unter den nächsten Ceasaren (Kaiser) verloren die Römer viel Ihrer Macht und Ihres Stolzes. Die Wirtschaft und der Staatshaushalt verlor immer mehr an Wert. Das Ansehen und der Wohlstand der Römischen Bevölkerung schwand zusehends. 37 - 41 Caligula (Gaius Caesar Germanicus), ein widerwärtiger Zeitgenosse. War Rom seit Augustus ein Prinzipat, so machte er daraus ein Gottkönigtum (Caesar und Gott). Er fühlte sich als Alexander, Caesar und Gott in einer Person. Er wird ermordet. 41 - 54 Claudius, ändert das Gottkönigtum wieder in ein Prinzipat; Eroberung Südbritanniens und Thrakiens. Bei ihm könnte man sagen: Frauen waren seine Leidenschaft und sein Verhängnis. Einmal bekamen in seiner Regentschaft die Frauen viele Rechte, aber er wurde durch eine Frau (Agrippina) getötet, deren Sohn dann den Thron bestieg und das war niemand anders als 54 - 68 Nero Claudius Caesar. Zunächst war er in Rom sehr beliebt und der Philosoph Seneca berät ihn. Einige Kriege wurden auch gewonnen (Britannien, Armenien, Parthien). Aber dann fiel Nero in den Wahnsinn: Einige Leute fielen seinem Wahn zum Opfer (Britannicus, seine Mutter Agrippina, seine Frau Octavia u.a.) und dann noch hat er ganz Rom in Brand gesetzt, um sich an dem Schauspiel zu laben. Die Christen wurden verfolgt, da Nero den Christen die Schuld des Brandes gab. (Filmtipp: Kaiser Nero, wunderbar von Peter Ustinov gespielt, packte das Hitler-Syndrom oder der vollentwickelte Caesarenwahn). Später wird auch noch Seneca ermordet und im Jahr 68 der Selbstmord Neros. Mit Ihm endete die iulisch-claudische Linie.

Flavische Dynastie
Wiederauflebung des Römischen Gedankengutes 69-96

Nach einem Vierkaiserjahr 68 / 9 (Galba,Otho, Vitellius) kommt zum Schluss Flavius Vespasianus (69 - 79) an die Macht (flavische Linie) und (Eroberung Jerusalems, Bau des Titusbogens in Rom, Bau des Kolosseums). Dem nüchternen, vitalen und volkstümlichen Pragmatiker der Macht gelang die Stabilisierung und Regeneration von Gesellschaft und Staat ebenso wie dei Reorganisation der durch den Bürgerkrieg heruntergekommenen und undisziplinierten Heeres, vor allem jedoch die Behebung einer katastrophalen Finanzkrise. Sein Sohn Titus 79 -81 galt schon lange als sein Nachfolger und in seinen zwei Jahren war ein guter Kaiser trotz allen Schwierigkeiten (in diese Zeit fällt der Ausbruch des Vesuvs und der Untergang von Pompeii). Sein Bruder (Ausbau der Macht in Britannien, Bau des Limes) Schwere Kämpfe gegen Germanen. Irgendwann schnappte auch er über und wollte Gott sein. Nach einer Verschwörung wird er ermordet.

Die Adoptivkaiser (Caesaren) 96-180 / 193

Cocceius Nerva , er wird vom Senat zum Prinzepts (Kaiser) bestimmt. Alle nachfolgenden Kaiser wurden adoptiert, so meinte man immer die Wahl des Besten zu erreichen. Trajan , der erste Adoptivkaiser und auch der erste der aus einer römischen Provinz stammte, nämlich Spanien. Er gründete die Provinzen Arabia 106 und Dacia 107, sicherte einige Provinzen für die Römer wie Armenien, Assyrien und Mesopotamien. Zu dieser Zeit hatte das Römische Reich die größte Ausdehnung. Danach brauchte es Ruhe und eine Konsolidierungsphase durch Hadrian Er geht als der Reisekaiser in die Geschichte ein, denn er fährt durch fast das gesamte römische Gebiet, so sichert er auch die Provinzen und die Grenzen (weiterer Ausbau des Limes, Hadrians Wall in England und Grenzkastellen). Er will Jerusalem wieder aufbauen und die Stadt als römische Kolonie halten , aber es kommt dort zu einem Aufstand unter Bar Kochba, der von Hadrian niedergeschlagen wird. Antonius Pius , wie Hadrian ein Friedenskaiser. Mit Mark Aurel , zuerst mit seinem Bruder ein Doppelprinzipat, dann Alleinregierung. Marc Aurel war ein Philosoph, sein wichtigstes Werk: Wege zu sich selbst. Aber er muss auch einige Kriege meistern (gegen die Parther und vor allem Markomannen). 176 bekommt er Commodus als Mitregent (von da an gibt es wieder eine dynastische Erbfolge). Im zweiten Markomannenkrieg wird ein Legionslager namens Castra Regina (das ist Regensburg) erbaut. 180 stirbt Marc Aurel in Wien. Sein Sohn Commodus 189 - 192 übernimmt das Zepter! Commodus meint, er sei eine Inkarnation (Wiedergeburt) von Herkules und Mithras. Rom verliert wieder an Ansehen und Wohlstand. Nach einem Aufstand fällt Commodus.193 gibt es das zweite Mal ein Vierkaiserjahr.

Die Severische Dynastie und die Soldatenkaiser 193-284

Das Kaisertum wurde für fast 100 Jahre zum Spielball der Armeen und der Prätorianer (ursprünglich das Heer des Kaisers - Caesar). Es kam zu folgenreichen sozialen Veränderung, die auf einem Verlust der bürgerlichen Freiheiten, Verarmung der Stadtbevölkerung, Ende der städtischen Selbstverwaltung, Absinken der Pächter in Hörigkeitsverhältnisse und staatliche Aufsicht über Berufsgenossenschaften hinausliefen.

Die Zeitabständen für die Kaiser wurden immer kürzer, es begann die Fünfkaiserzeit 93 / 5: Pertinax, Didius Iulianus, Pescennius Niger, Clodius Albinus, Septimius Severus. 193 - 211 Septimus Severus besiegt die anderen Kaiser und sagt nun einfach, er sei der Adoptivsohn von Marc Aurel. Einige Kriege, z.B. gegen die Parther. Severus hält sich gerne in Nordafrika in der Stadt Karthago auf und deshalb entzieht er dem Senat daheim in Rom seine Rechte. 211 - 217 Severus Sohn, Caracalla, übernimmt die Macht, indem er seinen Bruder und viele andere umbringen lässt. Alle Provinzen haben nun das gleiche Recht wie die römischen Bürger. Was auf Caracalla folgt war aber auch nicht besser. Aufgepasst, es folgt ein syrischer Priester des Sonnengottes mit Namen Elagabal. Dieser Elagabal steht unter dem Einfluss seiner Großmutter, die in Rom den Baalkult einführt. Wie immer, Elagabal wird ermordet. Nach dem Großmuttersöhnchen folgt das Muttersöhnchen, Severus Alexander. Also, er hatte nichts zu sagen, es herrscht seine Mutter Julia Mammaea. Dem Feind an den Grenzen waren sie nicht gewachsen: Einfall der Markomannen. Mutter und Sohn werden ermordet. Aber nicht nur die Markomannen nützen die Schwäche der Römer aus, auch das neupersische Reich der Sassaniden wird eine starke Macht.

Wie der Name im Titel sagt, kommen die neuen Herren aus dem Soldatenstand. Es folgen etliche Kriege unter den Kaisern: Maximus Thrax, Gordian III., Philippus Arabs (Sohn eines arabischen Scheichs) und Decius (249 - 251), Kampf gegen die Goten. Er war nicht lange Kaiser, aber unter ihm beginnen die Christenverfolgungen. 251 - 253 Trebonius Gallus (Frieden mit den Goten) 253 - 260 Valerian (Bedrohung der Grenzen durch Goten, Quaden, Sarmaten, Parther, Franken, Alemannen und in Afrika auch noch Mauretanien) Geballte Kraft gegen das Römische Reich! 260 - 268 Gallienus (Heeresreform, schnelle Einsatztruppe; war ja auch nötig) 268 - 270 Claudius II. (Sieg gegen die Alemannen und Goten) 270 - 275 Aurelian (er siegt gegen mehrere aufständische Provinzen und stellt doch tatsächlich eine Art Reichseinheit her) Er fühlt sich gleich als Herr und Gott und führt den Sonnenkult ein. Auf ihn folgen Tacitus, Probus und Carus. Diese sichern die Grenzen an Rhein und Donau und gewinnen auch gegen die Perser.

Die Spätantike im Römischen Reich
Stabilität und Aufteilung des Kaiserreiches 284 - 375

Als folge dieser Krise verlegte Kaiser Diokletian 284 -305 die Regierungszentrale aus Rom weg, um sie dem Einfluss des Senats zu entziehen, ersetzte den historisch gewachsenen Flickenteppich von gestaffelten Sonderrechten und Freiheiten der verschiedenen Städte und Provinzen durch eine einheitliche Verwaltung. Er hörte auf, die Christen zu verfolgen. Durch diese Veränderungen kehrte wieder Stabilität ins Land. So hat er Zeit, das Reich neu zu formieren. Zuerst nimmt er sich einen Mitkaiser und dann noch zwei dazu: eine Tetrarchie. Dann teilt er das gesamte riesige Römische Reich auf: Diokletian erhält den Osten, Maximian Italien und Afrika, Constantius den Westen, Galerius Illyrien, Makedonien und Griechenland. Auch sonst führt er einiges Neues ein, z.B. Verwaltungsbezirke (Diözesen), absolute Monarchie, Bürger sind Untertanen usw. Aber er sichert auch die Reichsgrenzen und den Frieden im Reich. Erstmals in der Geschichte Roms dankt ein Kaiser ab und erst noch zwei; Diokletian und Maximian 305 n. Christus. Eigentlich wollten die beiden, die übrig blieben, zwei neue Mitregenten einsetzen, das klappte aber alles nicht.

Nach grossen Auseinandersetzungen gewann Konstantin der Große 324 - 337. Konstantin wird Alleinherrscher. Als symbolischen Vollzug der Orientalisierung des Kaisertums durch das Christentum verlegte der Kaiser seine Hauptstadt nach Byzanz, das zu Konstantinopel 330 und zu einem christlichen zweiten Rom wird. Die Staatsreligion wird christlich (auf dem Sterbelager erhielt er die christliche Taufe). Er führte viele Reformen durch (vom Heer bis zur Verwaltung).

Der Abzug des Kaisers aus Rom gab dem Bischof von Rom die Freiheit, den geistlichen Caesar zu spielen und sich zum Oberhautpt der Christen aufzuwerfen. Dabei berief er sich auf den Aufenthalt des Apostels Petrus in Rom und ein Wortspiel von Chrisus: Weil pétros auf grischisch Fels heisst, hatte Christus gesagt, auf diesen "Petrus" will ich meine Kirche bauen. Das Fundament das Papstums ist gelegt. Die Päpste fabrizierten ein Dokument mit dem Titel " Die konstantinische Schenkung". Danach hat Kaiser Konstantin Papst Silvester auf seinem Sterbebett die Herrschaft über den ganzen Erdkreis, insbesondere über den Kirchenstaat vermacht. Erst der Humanist Lorenzo Valla entdeckte, dass das ganze Dokument eine Fälschung war. Seine Nachfolger: 337 - 361 Constantius II.,364 - 375 Valentinian I.

Die Hunnen, Reichsteilung und Untergang des Weströmischen Reiches 375 - 476

Die Hunnen kommen und überrennen Europa 375 - 454 n. Chr.! Die folgenden Kaiser waren immer nur sehr kurz dran, hatten aber wieder viele Kriege gegen Germanen, Perser usw. zu bestreiten. Der römische Kaiser Theodosios handelte in der Gefahr sehr geschickt: Er schloss ein Bündniss mit den an der Donau stehenden "schwarzen" Hunnen und liess sie die aufrührerischen Westgoten bewachen. Diese wurden 376 von Kaiser Valens im römischen Reich angesiedelt, nachdem sie vor den Hunnen geflohen waren. Nach Versorgungsschwierigkeiten revoltierten die Westgoten und schlugen die Römer in der Schlacht von Adrianopel (378). Theodosius siedelte sie erneut in Thrakien an (382). Dennoch blieben die Westgoten unruhig und sollten bald unter Koenig Alarich den Balkan und Griechenland verheeren, bevor sie nach Italien ziehen würden. Der geschickte Theodosius aber spielte Germanen und Hunnen gegeneinander aus und unterhielt auch Bündnisse mit den "weissen" Hunnen, von denen er hoffte, dass sie den Expansionsdrang ihrer Stammesbrüder beschränken würden. 391 wird das Christentum zur Staatsreligion. Theodosius starb 395 und erneut war das römische Reich Germanen und Hunnen ausgeliefert. Danach wird das Reich unter seinen Nachfolgern in ein Ost- und ein Weströmisches Reich geteilt. Das Weströmische Reich musste sich gegen viele Germaneneinfälle wehren. Um 403 schlossen die Hunnen ein Friedensvertrag mit Ostrom (Byzanz/Konstantinopel) und mussten Unsummen an Tribut zahlen.

Ab 200 teilen sich die Goten, die Ostgoten ziehen ans Schwarze Meer und später siedeln sie in Oberitalien in Ravenna. Die Westgoten unter Alarich ziehen 378 n.Chr. über den Balkan nach Griechenland, dann weiter nach Italien (410 Plünderung Roms). Karthago wird von den Wandalen erobert, die ansässigen Römer werden vertrieben. 455 n. Chr. plündern die Wandalen die Stadt Rom. (Wandalismus).

Kommen wir nun zu dem Zweikampf zweier Männer, die das Schicksal des römischen Reiches und des Hunnenvolkes entscheiden würden:Attila und Aetius. Aetius war wohl fünf bis zehn Jahre älter als sein grosser Kontrahent Attila. Er war nicht von allzuhoher Geburt, nicht einmal in Rom wurde er geboren, sondern irgendwo an der Donau auf heutigem bulgarischem Staatsgebiet. Sein Vater war Gaudentius, ein Germane, der als General im Dienste der Römer zu recht hohen Ehren gekommen war, dem aber seine Abkunft bei seinem Aufstieg immer im Wege stand. Aetius Mutter, eine Italienerin aus wohlhabenden Hause, liess Aetius klassisch ausbilden und der Junge zeigte sich sehr gelehrig. So war er gut bewandert in den griechischen und lateinischen Klasssikern. Seine Karriere verlief recht schnell, denn er wurde von dem halb-germanischen Heerführer und Feldherren des Kaisers Honorius Stilicho gefördert, an welchem sein Lehensherr schliesslich schmählich Verrat begehen würde. Um 407 herum ging Aetius als königliche Geisel (eher eine Art Diplomat) an den Hof des Westgoten-Königs Alarich, der gerade den Balkan verwüstet hatte und nun mehrmals, seine westgotischen Scharen hinter sich, über Italien herfallen würde, 410 sogar Rom eroberte. Hier knüpfte er wohl wichtige Bekanntschaften, ohne die ein späteres Zusammenarbeiten der Westgoten und Römer zur Abwehr der Hunnen wohl kaum erklärbar wäre. Später ging Aetius auch zu den Hunnen als Geisel. Er muss schon eine erstaunliche Person gewesen sein, denn auch mit den Hunnen kam er offenbar sehr gut aus. Er wird ihre Sitten und Gepflogenheiten kennengelernt haben, sogar ihre Sprache hat er wahrscheinlich, zumindest in Ansätzen, gelernt. Später würden ihm die Hunnen unbezahlbare Dienste als Verbündete leisten. Das erste mal nutzte er ihre Dienste aus, als 425 Kaiser Honorius (dessen Tod wohl ein Segen für das Reich war) starb. Ein gewisser Johannes rief sich selbst zum Kaiser aus und Aetius, der seine Chance witterte, unterstützte ihn. Er ging zu den Hunnen und warb 10'000 ihrer Krieger als Armee für seinen Favoriten an. Mit ihnen zog er nach Italien bis vor Ravenna, der Reichshauptstadt. Doch Aetius hatte sich verspekuliert: von Ostrom unterstützt, hatte sich mittlerweile der kleine Valentianus unter der Obhut seiner Mutter Galla Placidia (Schwester des Honorius) durchgesetzt, Johannes war geschlagen und hingerichtet worden. Erneut zeigte sich Aetius als ausserordentlich geschickter Poltiker und Intrigant. Er erwiess sich somit dem Erbe der Römer Marius, Sulla oder Caesar, als würdig. Anstatt gemeinsam mit seinen 10.000 Barbaren als Umstürzler unterzugehen, arrangierte er sich mit Galla Placidia und siedelte die Hunnen zum Dank für ihre Unterstützung in Paionnien an. Er hoffte, dass sie ihre Expansionsgelüste in Zukunft an Ost-Rom und Konstantinopel auslassen würden, womit er vorläufig Recht behielt. Aetius Aufstieg liess sich nun nicht mehr aufhalten. In Gallien kämpfte er gegen allerlei Barbaren, wie Westgoten, Franken, Alanen, Sueben, Vandalen und andere, immer mit Unterstützung hunnischer Verbände. Bald wurde er Heeresmeister und somit unangefochtener oberster Militär. Er liess einen aufsässigen Consul ermorden und bald darauf liess er sich selbst zum Consul machen. Der Galla Pacidia wurde diese Machtanhäufung wohl langsam unheimlich und so versuchte sie Aetius loszuwerden. Sie enthob ihn aller Ämter und Würden. Aetius floh zu den Hunnen, die ihn mit einem Heer unterstützten. Aetius zog also sogleich gegen Ravenna, wo er den Bonifatius, den Galla Placidia anstatt seiner zum Heeresmeister gemacht hatte, vernichtend schlug. Jener Bonifatius hatte schon früher mit Aetius um die Gunst des Kaiser gebuhlt, unterlag in Afrika jedoch den 429 einbrechenden Vandalen, wodurch er vorläufig ins Hintertreffen geraten war. Doch auch am Ende ihrer Auseinandersetzungen blieb Aetius Sieger. Von nun an führte in der römischen Politik kein Weg mehr an Aetius vorbei. Von 433 bis 450 war er Heeresmeister, Consul, Patrizius und Reichsverweser in einer Person, er regierte sozusagen als Quasi-Kaiser. Ein weiteres Mal bewiesen die Hunnen ihre Ergebenheit Aetius gegenüber, bei der Vernichtung der Burgunder. Diese hatten sich dem Aetius nicht unterworfen und es sogar gewagt, hunnische Grenztruppen anzugreifen. Die Rache war grausig: die Burgunder, die glaubten, nichts von Aetius befürchten zu haben, wurden den Hunnen ausgeliefert, die ihr Reich auslöschten (436, sagenhafter Tod König Gunthers). Der klägliche Rest der Burgunder wurde problemlos an Saone und Rhone angesiedelt. Bei der Abschlachtung der Burgunder müssen Attila und Aetius noch zusammengearbeitet haben, was sie nicht mehr tun würden, wenn Attila erst einmal die Alleinherrschaft an sich gerissen haben würde.

535 n. Chr. wird das Reich durch das Oströmische (byzantinische) Reich zerstört. Nachdem aber einige schwache Kaiser herrschten und 404 wurde sogar Ravenna Hauptstadt. 476 setzt der Germanenführer / Ostgoten König Odoaker den römischen Kaiser Romulus Augustulus ab. Während das Oströmische Reich noch fast 1000 Jahre bestand, war dies das Ende des Weströmischen Reiches. Mehr über den Fortbestand des Oströmischen Reiches kann man bei dem Byzantinischen Reich lesen. Italien / Westrom zerfällt in den Provinzen in Frankreich sind die Westgoten, in Afrika / Karthago die Wandalen und in das Kernland "Italien" wird immer mehr zum Spielball der nördlichen Europäischen Grossmächte. Das Reich zerfiel an seiner Übermacht und Hochmut.
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